Da bereitest Du dich 9 Monate lang auf die Geburt Deines Kindes vor, lebst und liebst es bereits, während es Dich fleißig in den Bauch strammt, freust Dich darauf, Dein Kind endlich in den Armen halten zu dürfen, da trifft es dich wie ein Schlag, wenn Du erfährst, dass dein Kind ein Organfehler hat, der relativ zügig nach der Geburt chirurgisch behoben werden muss. Eigentlich wirst Du wahnsinnig vor Sorge und dennoch machst Du drei Kreuze, dass Deinem Kind geholfen werden kann, dass es kompetente Ärzte und Krankenhäuser gibt, die Deinem Kind helfen. Dass es ein Gesundheitssystem gibt, dass all das ermöglicht.
Und während Dir Hoffnung gegeben wird und Du wagst zu hoffen, dass alles gut geht, stirbt Dein Kind an einer verschmutzten Infusionslösung, die mit Darmbakterien kontaminiert wurde.
Unser Mitgefühl gilt jenen Eltern, die ihre Kinder aufgrund einer ungeheuerlichen Schlamperei verloren haben und jenen, die noch hoffen und beten, dass ihre Kinder überleben.
Dass aus meiner Näherei nun weitaus mehr geworden ist, als blankes Hobby, ist ja nun keine wirkliche Neuigkeit mehr. Nun gehe ich auch die ersten kleinen Schritte auf neuen Wegen. Bestimmte Teile meiner Kollektionen an Taschen, Täschchen und Accessoires gibt es jetzt auch in diesem wunderhübschen Kinderladen “Bill & Em” in Berlin-Mitte:
Oskar muss, wenn die Mädchen in seiner Kitagruppe einen Zopf mit einem Zopfgummi bekommen, unedingt auch einen haben. Wenn wir ihn dann abholen, wackelt er uns mit seiner kleinen Palme auf dem Kopf schon freudig entgegen. Wehe, der Zopf wird abgemacht…
Leben wir eigentlich sicher in Deutschland, nur weil wir glauben, Kontrollinstanzen wie den TÜV zu haben, von dem wir glauben, er sei unabhängig? Oder stehen wir näher an einem Super-GAU aus Renditegier als uns lieb ist? Ist Augen verschließen einfacher als Angst zu haben? Wir sollten Angst haben. Schon wegen unserer Kinder.
Nach nunmehr drei Wochen ist die Kitaschließzeit zu Ende. Heute morgen, nicht ohne gewisse Vorfreude auf die Arbeit, die seit drei Wochen brachliegt, brachten wir die Kinder mit den erlernten Ferienfertigkeiten, Fahrrad- und Laufradfahren, in ihren Kindergarten. Beide waren bereits von Vorfreude auf ihre Freunde beseelt seit sieben Uhr früh laut lärmend in der Wohnung unterwegs, auch wenn Paul gesten gestern an seinen Papa gekuschelt noch sagte: “Aber wenn Du dann weggehst aus dem Kindergarten, bin ich dann traurig!”
Der Kindergarten ist seit dieser Woche für insgesamt drei Wochen geschlossen, es findet nur eine Notbetreuung statt. Paul und Oskar haben das Glück, dass wir uns zwar keine drei Wochen am Stück frei nehmen können, aber alles so einrichten können, dass sie zuhause bleiben dürfen.
Aber was macht man so mit 21 Tagen Freizeit? Wir haben eine Ferien-To-Do-Liste aufgestellt:
- Paul lernt Fahrradfahren 20.07.2010 -> WOW! - Oskar lernt Laufradfahren
- Besuch der Oma in Spandau - Besuch der Oma im Harz
- evtl. Besuch der Oma in Südthüringen
- Kurztrip an die Ostsee
Ja, nun gibt es sie auch. Die Kategorie “Best of Oskar”, denn auch der kleine Kerl haut immer häufiger so einige Sprüche raus, bei denen wir mehr als schmunzeln müssen. So wie gestern…
Papa: “Oskar? Hast du in die Windel gekackert?”
Oskar: “Neeee! War Mama!”