Auf einem alten Stadtgrundstück in Berlin-Kreuzberg wächst und gedeiht seit 2011 der Prinzessinnengarten. Jedem, der in sich den grünen Daumen stecken hat, blüht das Herz ob der Gedeihkünste von (Kultur-) Pflanzen in diesem urbanen Garten. Unser Grundstück ist weniger groß, der Garten ist eher klein und nennt sich Hof. Dennoch reicht es, um diese Fläche sinnvoll für unsere nachbarschaftlichen Grillabende zu präparieren.

Abb. Im Fensterkreuz an blätterndem Putz wachsen Erdbeeren
In zahlreichen Renoviereimern (im Baumarkt für €0,99 mit 12l Fassung) stehen an sonnenüberfluteten Ecken zahlreiche Tomatenpflanzen, die sich brav an im Herbst geschlagenen Ästen von Essigbäumen entlangrecken und, so hoffen wir GärtnerInnen, im Sommer die herrlichsten Tomaten für die Grillsalate spenden.
An der Toreinfahrt drängen sich zahlreiche Terrakottatöpfe von 12 bis 35cm Durchmesser, bepflanzt mit allerlei Nutz- und Blühpflanzen, die so ein wunderschönes Bild ergeben. Der große, zentrale Topf, um den es sich drängelt, bietet der Bornholmmargerithe in Violett als auch den an der Toreinfahrt hochrankenden Trichterwinden genügend Platz. Auch eine Korkenzieherweide findet in der Mitte des Topfes Platz und im Sommer werden sich unsere großen, bunt geschirmten Buschtagetes dazugesellen. Für den guten Duft und ein sattes Grün sorgt die im Topf verpflanzte Minze - für die gut befüllten Bäuche zur Grillsaison ist ein frischer Pfefferminzaufguss aus frisch geschnittenen Minzblättern ein wahrer Segen.
Für zahlreiche Marinaden ist ebenfalls gesorgt: Salbei, Lavendel, Oregano und Thymiam wachsen dicht an dicht um die Toreinfahrt herum und was nicht verzehrt wird, gibt im Herbst gut getrocknet und gegen jedwede Halzentzündung besten Salbeitee, gerebelt sogar die eigene Mischung "Kräuter der Provence".
War der hölzerne Blickfang des Müllports die letzten Jahr den hohen, blau blühenden Trichterwinden vorbehalten, haben wir in diesem Jahr einen großen Balkonkasten in den Holzstreben befestigt, in dem, weil halbschattig liebend, klassische Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie gedeihen, auch ein großbuschiger Basilikum schmiegt sich in den Halbschatten und lässt es sich gut gehen. Zu ebener Erde des Blickfangs wächst in großen Büschen die Kapuzinerkresse (ohne Rankhilfe wuchert sie wild in sich selbst und wird buschig), abgewechselt mit inzwischem 3-jährigen Lavendel - wer die Blüten der Kapuzinerkresse mag: Sie sind essbar und passen hervorragend zu frischem Salat und Couscous.
Und wer unsere Fensterbänke kennt, der weiß, dass allerlei Blumen und Kräuter auf ihnen wachsen. Dieses Jahr freuen sich die Kinder aber besonders auf die frischen Erdbeeren, die seit dem Frühling das Vogelfutterhäuschen ersetzt haben und neugierige Stare auf sich aufmerksam machen. Noch sind die Früchte ja zum Glück Grün :)