9/11
Trixiie fragt, was ich mich eigentlich schon immer frage: Wie habt ihr den 11. September 2001 erlebt? Könnt ihr euch daran erinnern? Auch ich kann mich in die Reihe derer stellen, die noch wie heute wissen, was sie damals gedacht, gefühlt und gemacht haben.
Ich hab´ mir schon oft in meinen durchwachten Nächten oder Tagträumen überlegt, was ich wohl erzählen werde, wenn mich einmal jemand danach fragt. Zum Beispiel irgendein TV-Sender, der in 80 Jahren Zeitzeugen zu diesem Datum sucht, um die Jungen nicht vergessen zu lassen. Und dann sitze ich da, die alte, greisige Ulli und erzähle tattrig von jenem Tag:
Ich hatte damals gerade frisch meine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten begonnen und war noch in der “Schonzeit” der ersten zwei Wochen meiner Ausbildung. Ich durfte mir also noch alles in Ruhe anschauen und hatte noch nicht so viel zu tun. Im Hintergrund lief der Radiosender Jump. Eher zufällig schnappte ich auf, dass ein Passagierflugzeug Kurs auf das World Trade Center in New York hatte. Ich wusste zwar nicht, was das World Trade Center war, dachte aber dabei richtigerweise an ein Hochhaus. Wenige Augenblicke später berichtete der gleiche Sprecher, dass soeben dieses Flugzeug in das Hochhaus geflogen sei. Ich überlegte zuerst, dass wir doch gar nicht den 1. April hätten und wer denn sonst auf die geschmacklose Idee kam, solch einen Scherz zu erzählen. Ich machte meine Mitarbeiterinnen darauf aufmerksam und das Radio wurde lauter gestellt. Die Meldungen überschlugen sich und uns wurde schnell klar, dass dies kein Scherz war.
Wir informierten die Anwälte der Kanzlei und alle saßen gebannt vor dem Radio bzw. dem Monitor, um die Geschehnisse zu verfolgen. Als dann das zweite Flugzeug in den zweiten Turm knallte, war zumindest für mcih klar, dass dies kein Unfall war, sondern pure Absicht, von wem auch immer. Sofort hatte ich Angst. Angst vor Terror, Angst vor einem drittem Weltkrieg.
In meiner Mittagspause dann, hielt ich es gar nicht aus bis nach Hause, sondern stürzte in mein Stammcafé, wo wahrscheinlich schon seit Stunden der Fernseher lief. Alle starten sie in den Bildschirm, kaum jemand sagte ein Wort. Ich gesellte mich zu ihnen und hatte nun zu den schon schrecklichen wörtlichen Beschreibungen auch die Bilder vor Augen. Ich bekam und bekomme noch heute beim Anblick dieser einen Kloß im Hals. Und wenn ich lange genug darüber nachdenke, muss ich sogar anfangen zu weinen. So wie damals. Im Café, auf der Arbeit, abends zu Hause vorm Fernseher. Da spielt es keine Rolle, ob ich die Menschen kannte, ob sie schwarz, weiß oder sonstwie waren.
Dieser Tag hat mich berührt, wie kein anderer. Auf negative Weise. Und ich werde wohl jedes Jahr wieder am 11. September den Fernseher einschalten, um die Gedenkfeiern auf sämltichen Sendern zu verfolgen.
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Danke, Blubella, für Deinen Beitrag! Ich fand ihn wirklich sehr interessant! Vermutlich werden wir später noch unseren Enkelkindern von den Eindrücken dieses Tages, der die Welt veränderte, erzählen… Ich verlinke Dich jetzt mal bei mir in einem extra Beitrag, nachdem das mit dem Trackback nicht geklappt hat, ja?