Bangen um den Urlaub

von Frau Rieke am 04.07.2007, in: Das Leben geht weiter

Nun besteht bei uns die berechtigte Angst um einen reibungslosen Urlaubsstart. Denn was machen wir, wenn die Beschäftigten der Deutschen Bahn genau an unserem ersten Urlaubstag streiken und wir nicht von Berlin nach Hamburg kommen? Ab Hamburg fahren wir ja (nun zum Glück) mit der Nord-Ostsee-Bahn. Ich bin ja selbst in der Gewerkschaft und habe auch Verständnis für die Tarifparteien, aber nicht, wenn es meinen Urlaub betrifft aber nicht wenn die Forderungen so utopisch sind. Man muss sich ja auch mal vorstellen, wie viele Jobs durch diese Streikerei gefährdet werden. Denn welchen Arbeitgeber interessiert schon, dass die Bahn streikt und der Arbeitnehmer deshalb erst zwei, drei Stunden später oder gar nicht zur Arbeit erscheint? Es trifft zwar die Bahn infolge der Umsatzeinbußen, aber in erster Linie trifft es uns, die Kunden. Und wir können ja wohl am wenigsten dazu…

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Autor:
Frau Rieke

erstellt am:
4. Juli 2007 11:13

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19 Kommentare


Giftzwerg says:

Ist zwar alles doof - aber wie sollen die sich denn sonst wehren? *seufz* Die S-Bahn die mich zur Arbeit und wieder zurück bringt (und die pünktlich sein muss, weil sonst aus 80 Minuten Arbeitsweg pro Tour 110 min werden…) streikte gestern auch. Ich glaube also, dass der Streik in HH und S-H eigentlich vorbei sein müsste, oder?

Und ansonsten - dann kommt Ihr ja fast bei uns vorbei! =)

@giftzwerg: wie bitte? “wehren”? gegen was? gegen sich selbst?
ehrlich, ich verstehe nicht, wie man 30 proz. mehr lohn verlangen kann. ich verstehe nicht, warum sich lokführer (ja, wir reden hier über lokführer) plötzlich gehälter von über 2000 netto glauben haben zu müssen.
ich verstehe nicht, warum sie ihrem arbeitgeber jeden tag zweistellige millionenbeträge schaden zufügen. und damit ja auch sich selbst.
ich verstehe nicht, warum sie kein interesse daran haben, dass gewinne ins (marode) schienennetz investiert werden. usw. usf. wieso haben sie nicht die angebotenen 5 proz. genommen und gesagt: gut, in einem jahr können wir ja viell. nochmal verhandeln? wieso wird immer behauptet, es gäbe eine “verweigerungshaltung von seiten des arbeitgebers”? ja, klar, weil die nicht sofort die 30 proz. mehr lohn zahlen?
das ist wirklich ein *aufreg-thema* bei mir.
*bienenkönigin drosselt langsam und regt sich wieder ab*:
aber nu mal zu euren urlaubsplänen, liebe fam. schwaner: wir fahren genau eine woche später mit der NOB an die nordsee (steigen allerdings schon in husum aus). und genau auf dieser strecke wird bis 21. juli gebaut (hamburg-westerland). wenn überhaupt, solltet ihr diesbezüglich ein bisschen sorge haben. aber da kann man sich via bahn.de gut informieren.

lg,
bienenkönigin.

Lia says:

Ganz zur Not könnt ihr doch mit dem Berlinlinienbus nach HH fahren. Vielleicht haben die auch einen Autositz für Euren Zwerg, das weiss ich nicht, weil ich damals noch weit von Kind wegwar und mich das nie interessiert hat, aber bevor alle Stricke reissen würd ich an Eurer Stelle da mal nachfragen..

Ami says:

100% zustimmung für frau bienenkönigin!

ansonsten: ihr kommt sicher in euren urlaub. 11 tage ist ja noch eine zeit! zur not könntet ihr euch doch ein auto mieten….und in hh abgeben, oder?

einhakel says:

das wird schon klappen!
drück euch die daumen, dass ihr heil und (urlaubsangemessen) schnell auf die insel kommt!
wir sind übrigens doch eine woche gemeinsam dort oben *grins*, vielleicht laufen wir uns ja bei einem unserer “großstadtbesuche” über den weg :)

Papa says:

uha… wenn sich darüber mokiert wird, dass Lokführer plötzlich rund 2000 Euro Lohn haben wollen, kleine Anmerkung: Bei Opel in Rüsselsheim verdienen Fließbandschrauber rund 2400 Euro und mehr , vor dem letzten General Motor-Desaster übrigens bei einer Arbeitszeit von 28 Stunden die Woche. Warum also könnten Lokführer sich nur als unterbezahlt ansehen, wenn sie nur rund 1500 Euro nach Hause bringen?! Vielleicht weil sie gerade gesehen haben, wieviel Telekom-Monteure für eine 32-Std.-Woche verdienen?

Papa says:

@Lia: Berlinienbus schön und gut, aber mit Rabauken-Paule im Bus, Riesenkoffer und Kinderwagen?! Ziemlich miese Vorstellung. Davon ab: Wird in diesen sch*** Bussen immer noch gequalmt? Btw: Berlinienbus ist eine Tochterfirma der Deutschen Bahn ;)

@Ami: Autofahren wäre eine schöne Sache, allerdings dürfte sich das Rieke aufgrund ihrer mangelnden Fahrpraxis nicht trauen und ich habe nie einen Führerschein gemacht , da ich dem Fahrrad und ÖPNV in Berlin grundsätzlich den Vorrang gebe. Wenn ich also fahren müßte, wir kämen nicht aus dem Parkhaus, geschweige denn auf die Autobahn ;)

Hm, überhaupt mal: Ich will auch 30 Prozent mehr Lohn — muss wohl mal mit meinen Kunden schimpfen ;)

Susann says:

Jaja, die liebe Bahn. Hab überlegt, ob ich dazu einen Leserbrief verfasse. Ich sage mir zwar, keinen Neid, jeder soll um mehr Lohn kämpfen dürfen - hab ich quasi auch gerade erfolgreich hinter mich gebracht - aber das blieb in einem kleinen Rahmen. Wenn ich mir die Bahnleute angucken, die ihren Arbeitskampf in doppelter Hinsicht auf dem Rücken ihrer Kunden austrägt, dann würde ich mir etwas mehr Umsicht wünschen. Denn zum einen muss der Kunde an Streiktagen zusehen, wie er zur Arbeit kommt, und viele Bahnkunden haben ja bewiesen, dass sie mit Auto, Rad, Bus und U-Bahn sehr flexibel gewesen sind. Aber der eigentliche Hammer kommt, wenn die Lohnerhöhung durch ist und man bei der Bahn AG auf die Idee kommt, die Ticketpreise weiter zu erhöhen. Denn noch will die Bahn an die Börse, will ihre Profite erhöhen, um Reserven und Gelder für Investitionen zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vorstände zu sehen, wie die Profite von den neu vereinbarten Gehältern aufgefressen werden.

Hallo,

auf die Gefahr hin mich hier jetzt sehr unbeliebt zu machen, aber ich kann mir hier einen Kommentar nicht vekneifen.

@Papa: Super, meine vollste Zustimmung

@bienenkönigin und alle anderen

Ich oute mich jetzt mal als Lokführer. Dieser Streik hat meine vollste Zustimmung. Ich selbst bin zwar teilweise auch der Meinung, dass die 31% vielleicht etwas überzogen sind, aber alles unter 7-10% ist ein schlechter Witz. Wir haben während jeder Fahrt die Verantwortung für das Leben von mehreren hundert Fahrgästen und sehr teures Fahrzeugmaterial (über deren Qualität lässt sich allerdings streiten;-)), wir fahren unsere Züge mit höchster Präzision, größtmöglicher Pünktlichkeit und dabei maximaler Sicherheit, bei Arbeitszeiten die jenseits von Gut und Böse sind. Unsere Schichten beginnen jeden Tag zu anderen Zeiten, ob 2:32, 4:44, 22:21, 12:11 usw. und sind jedes mal unterschiedlich lang, im übrigen einer der Gründe warum ich nach der Ausbildung diesen Beruf vielleicht nicht weiter ausführen werde, Familienleben kennt ein Bahner nicht . Liebe Bienenkönigin, wo ist bitte die Rede von 5%? Der Arbeitgeber hat uns 2% angeboten, in 2 Jahren dann noch einmal 2%. Das ist in meinen Augen ein sehr schlechter Scherz und real gesehen eine Lohnkürzung. Man bedenke dabei bitte, der Vorstand hat sich in den letzten Jahren Gehaltserhöhungen von mehreren hundert Prozent genehmigt, allein im letzten Jahr 64%. Laut unserem Vorstand fahren wir Gewinne wie noch nie ein, bestes Konzernergebnis aller Zeiten, etc. Dabei fragt sich natürlich das fahrende Personal, welches ja die Arbeit an der Basis gemacht hat, wo bitte wir denn da bleiben?
Ein paar Beispiele zu unserem Lohn: Ich verdiene bei einer 100%igen Bahntochter als Azubi zum Lokführer etwa 500€ Netto, davon muss ich einen 1Personenhaushalt finanzieren(Miete, Strom, etc.). Ein Kollege,Tarifkraft, welcher bereits 10 Jahre im Dienst ist bekommt Grundgehalt etwa 1200€ Netto, mit Zulagen in guten Monaten, d.h. jede Menge Nachtschichten und jeden Sa/So arbeiten, kommt er auf etwa 1400€-1500€ Netto. Davon soll er dann eine 4köpfige Familie ernähren, an der er ja aufgrund der Arbeitszeiten nicht mal wirklich teilnehmen kann. Dieses Gehalt kommt übrigens für alle Tarifkräfte hin, egal ob 2 Jahre oder 30 Jahre im Dienst, Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nicht. Ein anderer Kollege, gerade Papa geworden, seine Frau(Zugbegleiterin), ist am überlegen, ob sie nach der Elternzeit bei Aldi an der Kasse anfängt, mehr verdienen würde sie. Im Übrigen, teilweise verdienen selbst Sekretärinnen bei der Bahn mehr wie die Lokführer. Das kann es bei der Verantwortung und der Belastung durch die Wechselschichten die wir tagtäglich haben meiner Meinung nach nicht sein. Nebenbei gesagt, die aktiven Kollegen schieben seit Monaten bereits schon wieder gute 200 Überstunden mit sich rum, die abgefeiert werden müssen. Fragt sich nur wie ohne genügend Personal, so werden die Überstunden statt dessen fleißig vermehrt, weil es gar nicht mehr anders geht. Ich verstehe die Kollegen sehr gut, dass da natürlich ohne entsprechende Anreize, z.B. wie angemessenes Gehalt und bessere Arbeitszeiten, die Motivation fehlt, weiterhin engagiert und zuverlässig seinen Beruf auszuüben.

*tief durchatme und langsam wieder runter komm

Liebe Streikbetroffenen,

ich kann ihren Ärger verstehen, doch welche andere Streikmöglichkeit haben wir Lokführer denn, außer den Zug stehen zu lassen bzw. die Lok gar nicht erst zu betreten? Ich kann letztendlich nur um Verständnis bitten und mich im Namen der Kollegen für ihre Unannehmlichkeiten entschuldigen, dennoch bleibe ich dabei das dieser Streik seine absolute Berechtigung hat.

Liebe Schwaners,

ich hoffe und wünsche ihnen, dass sie ihren Urlaub wie geplant antreten können. Versprechen kann ich jedoch leider nichts.

Nun, sorry das der Text jetzt sehr lang geworden ist. Ich hab mich hoffentlich nicht gänzlich unbeliebt damit gemacht. Für eine sachliche Diskussion bin ich jederzeit gerne zu haben.

Gruß

Timo, der gerade auf privater Basis in einem örtlichen Kiga ein Projekt aufzieht um die Kids frühzeitig auf das Verhalten und die Gefahren im Bahnverkehr aufmerksam zu machen. Die Meldungen “Spielende Kinder im Gleis” müssen endlich abnehmen.

Mama says:

@ Burning House: Auf dich hab ich ja schon gewartet :) Ich verstehe die Lokführer, Zugbegleiter etc. ja sehr gut, wo ich doch selbst keine Lobby habe, die für mich mehr Lohn rausschlägt. Ich gönne euch auch allen mehr Geld. Aber muss sowas zu MEINER Urlaubszeit sein? ;) Ja? Nein im Ernst, wir bekommen ja das Geld wieder - sollten wir nicht nach Hamburg kommen. Aber mit Kind und ohne Auto/Führerschein/Fahrpraxis kommt man hier eben auf die schnelle nicht weg. Ich wäre also seeehr dankbar, wenn an den Wochenenden der Streik aussetzen würde und so viele Urlauber, Heimkehrer, Pendler etc. an ihr (gemütliches) Ziel kommen, ohne Stress und Weltreisen.

@Susann: Vollkommen richtig. Die Bahn will an die Börse. Und wenn die Gewinne geringer werden, dann werden die klassischen Mittel zur Renditegewinnung angewandt: Personalabbau und Preiserhöhungen. Das wären aber auch die Mittel, wenn sich allgemein die Umsätze schmälern würden. Auf den Rücken der Bahner wird derzeit durch die Global-Player-Träume der Konzernführung auch jede Menge ausgetragen.

Warum sind die Stimmen der Kritik plötzlich um so vieles lauter, als beim Streik der Ärzte, die 10 Prozent mehr wollten? Oder bei Piloten, die auch schon gerne mal 30 Prozent mehr Lohn forderten? Weil es viel mehr Menschen betrifft, die direkt vom Streik betroffen sind? Die Bahner verdienen nun keine Solidarität? Das wäre traurig.

Abgesehen davon: Wenn eine Gewerkschaft, die niemand ernst nimmt, mit einer immens hohen Forderung an die Öffentlichkeit geht, dann ist das nichts weiter als das Anfangsgebot auf einem Basar. Wer preist seine Ware für 5 Euro an, wenn er effektiv 5 Euro haben will? Die Arbeitgeber machen es doch ähnlich: Schreit die Gewerkschaft 6 Prozent, schreit der Arbeitgeber zurück: Mehr als ein Prozent ist nicht drin, das gefährde Arbeitsplätze. Die 30-Prozent-Forderung sorgt, wie man bereits an dieser Diskussion sieht, immerhin für Aufsehen. Ein Aufsehen, dass dazu geführt hat, dass die Gewerkschaft der Lokführer nun immerhin zu Gesprächen bei der Deutschen Bahn eingeladen wurde.

Giftzwerg says:

@Mama/Papa/Paule Schwaner
Ich drück Euch die Daumen =)

@Burning House
Euch auch ;)

@Bienenkönigin
Ja, wehren. Ich weiß, wovon ich spreche wenn ich sage, dass unregelmäßiger Schichtdienst und viel Verantwortung durchaus mehr als EUR 1.200,- im Monat rechtfertigen. Aus eigener Erfahrung, weil ich eine Zeitlang im Krankenhaus gearbeitet habe und aus leidvoller Erfahrung einer Frau deren Partner Schichti ist.
Ich finde, die Zugführer haben ein Recht, ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Selbst, wenn sich kein oder kaum Erfolg einstellt, kann man ihnen nicht verbieten, auf sich aufmerksam zu machen.
Das wir als “Kunden” da jetzt eben mal die paar Tage durch müssen, finde ich in Ordnung und ist für mich Ehrensache. Dass es nervt, ist keine Rede. Aber was mich nervt ist das kapitalistische Grundgehabe der Bahn AG und die ausbeuterische Haltung ihren Arbeitnehmern gegenüber, die das ganze hier nicht nur begünstigen sondern geradezu herausfordern. Nicht der Streik.
Klar ist´s Mist, wenn man gerade da wegfahren will, aber das ist für mich einfach mal Solidarität. Und was wären wir denn ohne? Dann können wir uns gleich auf eine Stufe mit den Ausbeuterchefs der Bahn stellen.

Meine ganz persönliche Meinung, die nicht für jeden anderen passen muss.

Lia says:

Papa Schwaner: Äh, das letzte Mal bin ich vor ein paar Jahren mit dem Berlinlinienbus gefahren und rauchen durfte man die ganze Zeit nicht, die ich von HH nach Berlin gefahren bin (das war 2001/2002 rum. Würde mich wundern, wenn die das seitdem geändert haben, die waren da doch immer recht deutlich gegen.) Und die haben ein großes Gepäckabteil, Koffer sollte kein Problem sein, wenn man den KiWa zusammen klappen kann, der auch nicht. Und wenn ich mich richtig erinner, kostet Gepäck pro Stück nur einen Euro.

Es ist ja auch nur ne Notfalllösung, aber besser als nix, oder? Und nachfragen kost nur einen Anruf. ;)

habe grad das statement von burning house gelesen und möchte eigentlich nur noch dazu sagen: um was geht es eigentlich? um gerechtigkeit.
aber, und das ist die bittere pille: gerechtigkeit gibt es nicht. zum beispiel auch nicht für mich, die ich außertariflich arbeite(n muss) und alle paar jahre zum chef rennen muss, um 50 euro mehr zu erbetteln. wenn es gerecht zuginge, dann müssten auch krankenschwestern mehr geld verdienen und viele andere berufsgruppen auch. aber sie ist nunmal nicht gerecht, diese welt. das heißt nicht, dass man sich damit abfinden muss. aber es heißt auch, die augen nicht vor der realität zu verschließen. und 30 proz. mehr sind einfach unrealistisch.
(im übrigen ist der gesamte bienenstock seit jahren komplett auto-los und bahn-und-rad-vielfahrer. das nur nebenbei.)

@ papa schwaner: warum ein fließbandschrauber bei vw oder opel oder sonstwo so viel verdient, habe ich auch nie verstanden. darüber hatte ich auch mal vor langer zeit (vw-streik) gepostet.
telekom-mitarbeiter oder vw-autobauer sind möglicherweise nicht geeignet für vergleiche (wenn ja, müsste ich sofort morgen meinen job kündigen. nee, heute. :-))

Ami says:

ich sach ma folgendes:
ich habe studiert (viel geld investiert-MEIN geld weil erarbeitet nebenher), arbeite seit 10 jahren (drei davon in einer führungsposition mit etat und personalverantwortung) mit sehr schwerem klientel-verhaltensauffälligen gewaltbereiten jugendlichen.
ich verdiene…TATA: 1400 euro netto.

sagt an: ist das gerecht?

Giftzwerg says:

Ami:
Nö. Aber das rechtfertigt nicht das Geschimpfe auf den Versuch, etwas mehr Gerechtigkeit zu bekommen.

Bienenkönigin:
Unsinn. Nur weil eine Sache verloren geglaubt wird heißt das nicht, dass der Versuch zur Änderung automatisch unterlassen werden muss.
Diese Welt ist nicht ungerecht. Der Kapitalismus ist es. Und da MUSS und SOLLTE man sich NICHT mit abfinden.
Wenn Du (leider) keine Gewerkschaft im Rücken hast, die Dir bei Deinem Kampf um die 50Euro hilft, heißt das doch nicht dass andere (mit Gewerkschaft) diesen Kampf auch unterlassen müssen. Das halte ich -ganz oberflächlich gesehen- eher für Neid. Wenn nicht das, dann für Resignation.
Und beides ist nicht besonders zielführend.

Giftzwerg says:

Ich hab übrigens auch keine Gewerkschaft im Rücken, und meine Firma ist nichtmal im Tarifvertrag. Aber ich gönne den Leuten denen es besser geht wirklich ihren Versuch (und hoffentlich auch ihren Erfolg, auch wenn´s nur ein kleiner ist).

noch ein letztes wort @giftzwerg:
man muss auch genau lesen. ich habe wortwörtlich geschrieben:
“aber sie ist nunmal nicht gerecht, diese welt. das heißt nicht, dass man sich damit abfinden muss. aber es heißt auch, die augen nicht vor der realität zu verschließen. und 30 proz. mehr sind einfach unrealistisch.”
ich habe also NICHTS davon geschrieben, dass irgendein kampf unterlassen werden sollte…
und ja, wenn du meine aussage für neid hältst, dann ist das in der tat oberflächlich. ebenso die aussage, dass der kapitalismus per se ungerecht sei.
nein, das ist er nicht. ich sprach von der “welt” und meine das auch so.
auch der sozialismus ist ungerecht.
glaube mir.
*spricht die sozialismus-leiderfahrene bienenkönigin ein letztes versöhnliches “hugh, ich habe gesprochen”* ;-)

Papa says:

“Die große Leistung des Kapitalismus ist, dass er den Menschen vorgaukelt, dass jeder es schaffen, dass jeder ein großes Stück vom Kuchen abbekommen kann.” Konstantin Wecker