Das mit den Ostereiern

von Herr Schwaner am 23.03.2008, in: Paul

Nun also kann es beginnen: Das Verstecken der Ostereier für die Kleinsten. In einer großen Stadt wie Berlin heißt das für viele Kinder in erster Linie, zu Hause in den eigenen vier Wänden zu suchen. Ich war so ein Kind. Bis zum 13. Lebensjahr wuchs ich in einer ehemaligen Sozialbausiedlung im Süden der Stadt auf, die irgendwann an Spekulanten verhökert wurde, und so, Wohnung für Wohnung, hatte es sich dann mit dem sozialen Wohnungsbau und mit der Familienfreundlichkeit für junge Familien. Nichts desto trotz wurden Ostereier bei uns im Wohnzimmer versteckt, das sich in meiner Erinnerung so groß wie eine Halle anfühlte, heute jedoch, nüchtern auf einem alten Farbdia betrachtet, nur ein normales Zimmer gewesen war. Wenn ich also nicht bei meiner Oma im Garten suchen durfte, suchte ich eben zu Hause. Zwischen alten Langspielplatten, in den Kassettenschubladen, ich suchte in den Leinenbezügen unserer Sessel aus der ersten Möbelschwedenstunde, ich suchte zwischen den Büchern im großen Wandschrank, in den Kübelpflanzen, im riesigen Wollekorb meiner Mutter, die fleißig gegen das Rauchen strickte, im Setzkasten zwischen allerlei Kupfer- und Messinggedöhns, rund um den Esstisch und überhaupt überall da, wo ich schon immer gesucht hatte und fündig wurde. Den größten Teil des Nests, ein Körbchen mit dem klassisch immergrünen Ostergras und einem Osterhasen fand ich meist im Wollekorb, wohl schon alleine, weil der Korb den größten Platz bot.

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Autor:
Herr Schwaner

erstellt am:
23. März 2008 7:30

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