Ostern naht
Und dieses Jahr sind wir etwas nachlässig: Wir haben noch keine Osterdeko, wir haben gerade mal ein winiziges Fitzelchen an Osternaschwerk besorgt, und überhaupt wissen wir vielleicht noch, wie der Ostersonntag aussehen soll. Angekündigt ist schlechtes Wetter, also wird Paulchen wohl den Osterhasen im Innenraum hetzen müssen.
Da Oma Nate dieses Jahr auch noch im Urlaub ist und sich nicht an den Osteraktivitäten beteiligt, obliegt es im diesen Jahr zum ersten Mal mir selber, unsere Familiensoleier zu kochen und einzulegen. Dazu habe ich mir das alte Rezepz von meiner Mutter besorgt, die es wiederum von ihrer Mutter hat, die es wiederum.. und schwupps sind wir in Schlesien.
Also:

Soleier nach schwanerschem/gottwaldschem/fonfaraschem Rezept
Soleier
10 Eier (weiße oder braune, das ist eigentlich egal. Weiße Färben sich durch den Sud von außen besser)
2 Handvoll rote Zwiebelschalen (die trockenen oder die jeweils erste Schale darunter)
1 guten EL Kümmel
Salz
Die Zutaten für den Sud in einen Topf geben und mit reichlich Wasser auffüllen, dann den Sud zum Kochen bringen. Die angepieksten Eier in den kochenden Sud geben und hart kochen (wer sicher gehen will, sollte eine Viertelstunde kochen, mittlere Stufe). Danach die Eier im Sud vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen die Eier herausnehmen und den Sud durch ein Sieb in ein geeignetes, verschließbares Gefäß gießen. Anschließend die Eier anschlagen, damit sich Risse in der Schale bilden. Unter diesen Rissen wird der Sud das harte Eiweiß färben und wenn das Ei erst einmal gänzlich ausgepackt ist (beim späteren Verzehr), sieht man das herrliche Muster auf dem Ei. Die angeknacksten Eier wieder in den Sud geben und das Gefäß verschließen. Nun bis Ostersonntag im Kühlschrank lagern.
Am Ostersonntag (oder wann auch immer) die Eier aus dem Sud holen und abgetropft in ein hübsches Körbchen legen. Und so essen wir sie: Ei entschalen, wegen des schönen Musters “Oooh” (wahlweise “Aaaah”) rufen, das Ei in der Hälfte durchschneiden und das harte Eigelb rauspöpeln. In die nun leere Kuhle etwas Butter und Senf streichen, das Eigelb wieder einsetzen und mit ein wenig Pfeffer bestreuen. Guten Appetit. Übrigens: Die Eier haben natürlich den Geschmack des Suds angenommen, aber wirklich nur ein wenig, schmecken also nicht penetrant nach Kümmel oder Zwiebeln.
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1 Kommentar
[...] So sehen die im Solebad gefärbten Eier ausgpellet [...]




